Vortrag: Gesundheitliche und soziale Folgen der Klimakrise am 11.08.25
Einige Interessierte waren der Einladung Der Grünen am Montag in die Alte Amtmannei gefolgt zum Vortrag von Dr. Thomas Hülshoff zum Thema "Gesundheitliche und soziale Folgen der Klimakrise".
Dr. Thomas Hülshoff war 30 Jahre lang Professor für Medizinische Grundlagen der Sozialen Arbeit und Heilpädagogik an der Katholischen Hochschule NRW. Er ist Autor u.a. des Lehrbuches Psychosoziale Intervention bei Krisen und Notfällen. Im letzten Jahr schloss er sein Studium der Umweltwissenschaften mit dem Master ab. Er ist Mitglied der Regionalgruppe Health for Future Münster.
In seinen Ausführungen wurde deutlich, dass die Klimakrise vor allem eine Gerechtigkeitskrise ist. Die augenblickliche „Klimamüdigkeit“ läge seines Erachtens darin, dass zu viele andere Krisen das Weltgeschehen beherrschten und ein Gewöhnungseffekt bzw. eine Hörmüdigkeit eingetreten sei.
Ausführlich ging Hülshoff im Folgenden auf die Auswirkungen bzw. Gefahren für die menschliche Gesundheit ein durch vermehrtes Auftreten krankheitsverbreitender Erreger (Mücken, Zecken) und hochallergener Pflanzen (Ambrosia), Wasserbelastungen durch Algenblüte oder durch Überschwemmungen (Durchfallerkrankungen), Dürren und Missernten (Mangelernährung, Hunger) und v. a. durch Hitzewellen (Gesundheitliche Hitzeschäden).
Risikofaktoren sozialer Ungleichheit seien Einkommen bzw. Armut, Bildung sowie die berufliche Stellung/der Sozialstatus. Besonders Menschen unter prekären Arbeitsbedingungen, Menschen mit Vorerkrankungen und Behinderungen, Säuglinge und Kleinkinder, alte und schwangere, obdachlose und arbeitslose Menschen werden betroffen sein, da sie besonders hitzegefährdet seien.
Gesundheit braucht also Klimaschutz!
Ausgangspunkt der Unruhen in Syrien beispielsweise sei 2013 eine anhaltende Dürre gewesen, die zunächst Menschen aus ländlichen Gebieten in die Großstädte abwandern ließ und schließlich zum Krieg geführt habe.
Hinsichtlich etwaiger Lösungsansätze wirft er die Frage auf: Mitigation oder Adaption? Arbeiten wir aktiv an der Verringerung der Treibhausgasemissionen oder ergreifen wir Maßnahmen mit dem Ziel der Anpassung an die bereits bestehenden oder zu erwartenden Auswirkungen des Klimawandels? Fazit, auch in der anschließenden Diskussion: Das eine tun ohne das andere zu lassen.
Hitzeschutzmaßnahmen, um Wohnsituationen zu verbessern, Hitzeaktionspläne und deren Umsetzung seien wichtige Faktoren bei der Gestaltung der kommenden Veränderungen. Dabei gelte es, zwingend eine umweltbezogene Verteilungs- und Verfahrensgerechtigkeit walten zu lassen.
Eine Fragestellung aus dem Publikum nach Anpassung des Menschen an das Klima wurde ebenfalls diskutiert. Das waren zuletzt die Evolution der Schweißdrüsen z.B. vor Millionen Jahren oder auch die Pigmentierung menschlicher Haut im Laufe der Entwicklung. Darauf können wir uns also in dieser Krise nicht verlassen.
Übrig blieb in der Schlussbetrachtung die Frage: In welch´ einer Welt wollen wir leben? Was können wir tun?

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