15.11.2020: Klausurtagung der Grünen Ratsfraktion in Nottuln

"Die Aufgaben, die wir nun mal in diesen Zeiten haben, warten nicht darauf, dass wir gelernt haben mit Covid 19 zu leben." waren sich die Grünen in Nottuln sicher. Und so hat Paul Bergmann die  Klausurtagung im Gottfried-Könzgen-Haus in Haltern vorbereitet, Stephan Gerlach hat die Zimmer bestellt und irgendwann war dann doch beim besten Willen klar, es geht nicht, es wäre unverantwortlich sich in großer Runde zu treffen. Und so wurde improvisiert, der Termin war ja da, und per Videokonferenz und Telefon wurde am Samstag und Sonntag fleißig gearbeitet. "Das Gemütliche, das Kennenlernen in unserer doch recht neuen Truppe ist zu kurz gekommen. Doch die Ergebnisse haben den Aufwand gelohnt." kommentierte Agnes Schürkötter die für viele nun nicht mehr so außergewöhnliche Veranstaltungsform.
 


In vier Gruppen haben die Grünen über die Zukunft der Gemeinde Nottuln beraten.  
 
Wir befinden uns in einer nie dagewesenen Klimakrise. "In Nottuln kann man aber nicht beschließen, den Klimawandel und das Artensterben zu beenden. Doch auch hier stirbt der Wald. Da kann man nicht weiter mit radikalen Schnitten und Großfahrzeugen die Grünpflege betreiben, weil das angeblich weniger Arbeit sei. Die Gemeinde benötigt ein Grünpflegekonzept, das die Natur versucht zu erhalten, damit die Biodiversität zumindest eine Chance hat." waren sich die Mitglieder der Arbeitsgruppe Umwelt und Mobilität sicher. "Wir müssen mehr Flächen dem Naturschutz zuführen."
 
Beim öffentlichen Nahverkehr möchten die Grünen vor allem den Bahnhof, der zwar in Appelhülsen steht, aber Nottulns Bahnhof ist, attraktiver gestalten und zur zentralen Nahverkehrsstelle der Gesamtgemeinde ausbauen, eben einem Mobilitätshub.  
"In Nottuln müssen die Bus und Radwegeverbindungen, die Bushaltestellen und der Bahnhof selbst besser und sicherer werden. Wir brauchen unsere Velorouten." fasst Andreas Friedrichsen die Forderungen der Grünen zusammen.
 
"Für die Zukunft der Energieversorgung und damit Nottuln CO2-neutral wird, sind die regenerativen Energien auszubauen. Und auch wenn Nottuln im Kreisvergleich bei der Windkraft gar nicht so schlecht dasteht, ist da noch ein Gutteil möglich. Das geht aber nur, wenn man das zusammen mit den Bürgerinnen und Bürgern macht. Der Coesfelder Ortsteil Lette zeigt, wie es gelingen kann." Hier sehen die Grünen noch Chancen für weitere Windräder im Gemeindegebiet. "Dabei sind die übrigen Formen der regenerativen Energieversorgung, wie Photovoltaik auf möglichst vielen Dächern nicht zu vernachlässigen."
 
"Die Ausweisung von immer weiteren Wohngebieten der bisherigen Form verschärfen eher die Wohnungs- und Verkehrsprobleme. Wir Grünen sind nicht gegen die Ausweisung von Wohngebieten, wir werden aber auf die Qualität des Ausbaus achten. Wie steht es mit dem Anteil an gefördertem Wohnungsbau, können Menschen eine Wohnung bekommen, die sonst wenig Chancen auf dem Wohnungsmarkt haben? Wie ist die Klimabilanz, wie laufen die Verkehrsströme? Wie ist es mit der baulichen Gestaltung, entsteht ein Ganzes oder werden es wieder Häuser wie aus dem Katalog aneinandergereiht mit den daraus folgenden
Nachbarschaftsproblemen? Aber noch mehr als der Neubau auf der Wiese muss uns der Bestand interessieren. Die bestehenden Bebauungspläne sind in Nottuln fast alle total veraltet, schreiben Dinge, teilweise sogar Straßen und Nutzungen fest, die so keiner mehr will. Die alten Bebauungspläne dienen mehr und mehr der Bauverhinderung statt der Ermöglichung. Da müssen wir ran." so Richard Dammann aus der Arbeitsgruppe Planen und Bauen.
 
Nun ist unser reiches Vereins- und Kulturleben ruhiggestellt. „Doch wie danken wir unseren Ehrenamtlern, die mit viel Engagement weitermachen? Wie können wir diese unterstützen? Wie machen wir aus unseren kommunalen Veranstaltungsräumen, eine echte Kultur- und Musikwerkstatt für Alle?" fragen sich die Mitglieder der Arbeitsgruppe zum Thema Kultur, Sport und Ehrenamt. "In diesen Zeiten tut es vielleicht erst einmal ein virtuelles Haus der Künste mit einer Nottuln App. Nach Corona benötigen wir eine nutzbare Bühne in Nottuln. Nottuln ist ein Kleeblatt der Ortsteile, die jeder für sich gefördert und vernetzt gehören."
 
"Gute Sozialpolitik beginnt mit dem Hinsehen. Und gute Sozialpolitik setzt gute Bildung voraus." sind sich die Mitglieder der Arbeitsgruppe Bildung und Soziales sicher. Eine größere und projektbezogene Bürgerbeteiligung soll erreicht werden, ggf. auch die Einrichtung von Beiräten -  besonders ist hier an die Jugend gedacht. Älteren Menschen müssen vielfältige, altersgerechte Alternativen für selbstbestimmtes Wohnen im Alter aufgezeigt werden.
 
In einem folgendem Gespräch mit dem Bürgermeister Dietmar Thönnes konnte die Agenda der Grünen schon in vielem Punkten mit seiner Agenda abgestimmt sein. "Wir freuen uns auf die weitere Ratsarbeit!", so die Grüne Ratsfraktion.
 
Einigkeit bestand darin, Kooperationen mit den anderen Parteien und der Verwaltung der Gemeinde Nottuln sowie auch der Nachbargemeinden in der Baumbergeregion anzustreben.  




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